Skalierbarkeit: Der beste Weg, um mit weniger Arbeit mehr zu verdienen

Skalierbarkeit - der beste weg, um mit weniger Arbeit mehr zu verdienen

Wenn es um Startups und digitale Geschäftsmodelle geht, wird oft auch von Skalierbarkeit gesprochen.

Sicher hast du den Begriff auch schon oft in deinem Alltag als Selbständiger gehört – jedenfalls dann, wenn es darum ging, wie “leidvoll” es doch ist, seine Zeit gegen Geld, also gegen Honorar zu tauschen.

Aber dieser Artikel ist auch etwas für dich, wenn du angestellt sein solltest. Denn auch du tauscht deine Arbeitszeit gegen Geld. 8 Stunden pro Tag, 20 Tage im Monat bei 3.200,- Euro – das macht genau 20 Euro pro Stunde.

Ich persönlich bin überzeugt, dass jeder von uns – also auch du – seine Arbeit zumindest teilweise skalieren sollte. So wie zum Beispiel ein Stuntman in einem Hollywood-Film. Er springt nur einmal von der Brücke. Aber später schauen ihm 60 Millionen zahlende Menschen im Kino dabei zu, während er vermutlich gerade in seiner Badewanne sitzt.

Und ja, ich habe als Kind gern Colt Seavers geschaut… 🙂

Ich bin mit meiner Meinung übrigens in guter Gesellschaft mit zum Beispiel Nicholas Taleb, der schreibt:

Es bedeutet ganz einfach, Dinge zu tun, die nicht nach aufgewendeter Zeit, sondern nach erreichtem Nutzen bezahlt werden. Alles, was pro Stunde bezahlt wird, bietet darüber hinaus nicht mehr die Chance darauf, mehr Geld zu bringen.

Das wurde Taleb empfohlen und er nennt es den wichtigsten Rat, den er jemals bekommen hat.

Denn dein Tag hat nur 24 Stunden. Selbst wenn du dich jahrelang selbst ausbeutest, kannst du nicht mehr als 14 davon arbeiten.

Also, was nun?

Nun, ich glaube, dass du heute schon großen Nutzen in deinem Job oder Business stiftest. Darum sollten wir schauen, wie du nun damit dein Einkommen optimierst. Was Skalierbarkeit eigentlich ist, warum es sich auch für dich lohnt, darüber nachzudenken, und wie du ab sofort die Vorteile für dich nutzt – das erfährst du in diesem Artikel.

Nachdem du den Artikel gelesen hast,

  1. weißt du im Detail, was Skalierbarkeit wirklich ist
  2. warum es für dich besonders wichtig ist, wenn du Zeit gegen Geld tauscht
  3. wie du deine heutige Arbeit in ein skalierbares Business verwandelst
  4. und wie du heute noch damit anfangen kannst, mehr Geld mit deiner Arbeitszeit zu verdienen

Also, legen wir los.

Warum ist Skalierbarkeit wichtig?

Viele Berufe wie Augenarzt, Coach, Steuerberater oder Webdesigner basieren auf einer Dienstleistung. Der Dienstleister beschäftigt sich mit einem Projekt. Danach beschäftigt er sich mit dem nächsten. Alles nacheinander.

Kein Arbeitsschritt für Kunde A hilft Kunde B. Für Kunde B muss alles nochmal von vorn begonnen werden. Kaum etwas von seiner Arbeit ist skalierbar. Deshalb gibt es ein Limit an Kunden, die man betreuen kann. Und deshalb wiederum hat das Einkommen eine strenge Obergrenze – weil sie von verfügbaren Stunden abhängt und darüber hinaus eben nicht mehr gearbeitet werden kann.

Ich habe als Beispiele übrigens bewusst Berufe gewählt, die man sowohl angestellt als auch selbständig ausüben kann. Denn das Ergebnis ist dasselbe: Ohne Skalierbarkeit stößt du alsbald an die Obergrenzen von Belastbarkeit und Einkommen.

Das Ganze ist übrigens nicht so schlecht, wie es bisher vielleicht klingt. Denn: In einem nicht skalierbaren Beruf ist dein Einkommen auch weitgehend stabil.

Andere Berufe wie Regisseure, Autoren oder Ersteller von Onlinekursen hingegen können skalieren. Wenn es gut läuft, hängt ihr Einkommen nicht von der Anzahl gearbeiteter Stunden ab. Es hängt dann davon ab, wieviele Menschen mit dem Ergebnis der Arbeit, dem Produkt, erreicht werden. Denn der Film, das Buch oder der Onlinekurs können unabhängig von der Anwesenheit des Erschaffers konsumiert und genutzt werden. Und genau das nennt man Skalierbarkeit.

Ich teile die Welt daher nicht in Selbständige und Angestellte. Ich teile sie in Menschen, die Arbeitzeit verkaufen (meist an den eigenen Chef!), und Menschen, die Produkte verkaufen.

Mein Rat an dich ist:

Erschaffe dir einen skalierbaren Job oder ein skalierbares Business, in dem du Produkte erstellst und verkaufst.

Was Skalierbarkeit überhaupt ist

Damit wir den Begriff auch richtig verwenden, sollten wir klären, was er bedeutet. Das ist zwar Theorie. Aber du wirst mir nachher dankbar sein, weil es dir dann leichter fällt, den richtigen Schwenk zu finden.

Abgeleitet vom lateinischen Begriff für “Leiter” oder auch “Treppe” kennzeichnet Skalierbarkeit die Fähigkeit eines Geschäftsmodells zu expandieren. Wenn also mehr Ressourcen wie Menschen, Geld und Maschinen verfügbar sind, wird auch tatsächlich mehr geschafft, ohne das es zu Qualitätsverlusten beim Kunden kommt. Ein skalierbares Business kann nahezu mühelos auch einen Auslandsmarkt mit bedienen oder eine neue Kundengruppe ansprechen, ohne unter dem höheren Aufwand zusammenzubrechen.

Halten wir fest: In der Industrie zielt Skalierbarkeit auf eine schnelle, kostengünstige Expansion.

Für Angestellte und Selbständige, die persönlich für Kunden arbeiten, gilt dies hingegen aber gerade nicht. Denn die entscheidende Ressource ist die Arbeitszeit und die kann nicht beliebig vergrößert werden.

Der Selbständige kann zwar Mitarbeiter einstellen, um zu expandieren. Aber das läuft meist nicht reibungslos und vor allem beherrscht der neue Mitarbeiter die zu erbringende Dienstleistung nicht von Tag 1 an so gut, wie der Selbständige selbst. Und wenn der Mitarbeiter wie eine Arzthelferin dem Arzt “nur” zuarbeitet, hat der Arzt zusätzliche Zeit auf die Führungsaufgabe zu verwenden. Zusätzliche Mitarbeiter einzustellen hilft also beim Expandieren, garantiert aber keine Skalierbarkeit des Geschäftsmodells.

Wie du deinen Beruf oder dein Business skalierbar machst

Nachdem wir das betriebswirtschaftliche Gemüse erledigt haben, erzähle ich dir eine kleine Geschichte – damit du durchatmen kannst. 🙂

Peter und Paul haben als Kinder gerne ihre Tante Emma besucht. Tante Emma hat ihnen dann immer ihren selbstgemachten Pflaumenkuchen serviert. Peter und Paul fanden ihre Oma genau wegen dieser Fähigkeit total cool. Deshalb sind sie auch beide Kuchenbäcker geworden. Sie haben dazu sogar im selben Betrieb eine Lehre gemacht, bevor jeder seine eigene Bäckerei eröffnete.

Aber nach ein paar Jahren zeigten sich Unterschiede im Leben der beiden. Während Peter weiterhin jeden Tag in seiner Bäckerei steht und hinten in der kleinen Stube Kuchen für seine Kunden backt, hat Paul schon nach zwei Jahren seine Bäckerei wieder geschlossen.

Heute backt er zwar weiter selbst Kuchen und probiert neue Rezeptideen aus. Aber er verkauft die Kuchen nicht mehr an Kunden. Denn um davon leben zu können, muss er viele Kuchen backen, weil Umsatz eben Kuchenpreis multipliziert mit der Anzahl der verkauften Kuchen ist. Seine Unzufriedenheit rührte daher, dass er eben nur 8 Stunden am Tag Kuchen backen und nicht skalieren konnte.

Wenn er heute eine tolle Backmischung kreiert hat und ihm der Kuchen besonders lecker schmeckt, dann schreibt er das Rezept auf. Dieses Rezept verkauft er dann auf seiner Webseite und lizenziert es auch an Kochbuchverlage, wo es dann im Buch über die besten Kuchenrezepte erscheint.

Paul ist zwar nicht Millionär, aber er verdient mehr als Peter – und das bei deutlich weniger Arbeit. Denn wenn er mal nicht in seiner Stube steht und Rezepte erfindet, dann lebt er von den Einnahmen seiner bestehenden Produkte, die ja weiterhin verkauft werden, obwohl Paul nicht mehr dafür arbeitet.

Und wenn sie nicht gestorben sind…. Äähhh, nein, falscher Text.

Paul hat einfach den Engpass aller Selbständigen und Einzelunternehmer leidvoll selbst gespürt. Er konnte seine Arbeitszeit nicht weiter ausdehnen. Und er hat die Konsequenz gezogen, eben jenen Engpass durch Skalierung seines Wissens und Könnens aufzulösen. So kommt es, dass heute jeden Sonntag viel mehr seiner Kuchen weltweit verspeist werden als früher. Eben weil die Kunden sie selbst backen. Er hat den Nutzen seiner Kuchenrezepte erfolgreich maximiert.

Cool, oder?

Die Lehre von der Geschichte ist einfach: Jeder – auch du – ist in der Lage, sein Wissen und Können soweit zu reduzieren, dass ein Rezept – oder besser: eine Anleitung – daraus wird. Diese Anleitung können dann andere benutzen, um das gleiche Ergebnis zu bekommen. Der Unterschied ist eben, das dann deine Arbeitszeit nicht mehr benötigt wird.

Und genau darum geht es mir. Ich möchte, dass du deine Kuchen bald nicht mehr selbst backen musst, sondern anderen die Rezepte dafür verkaufst.

Wenn du heute angestellt bist, solltest du dazu nicht sofort deinen Job kündigen. Stattdessen empfehle ich dir, nebenberuflich etwas aufzubauen. Was das sein kann, darauf komme ich am Ende des Artikels zu sprechen. Und wenn du selbständig bist, solltest du dein Geschäftsmodell schrittweise verändern.

Merkmale eines skalierbaren Geschäftsmodells

Um Skalierbarkeit in das eigene Business zu integrieren, musst du ein paar Kriterien beachten.

1. Du solltest eine Produktidee suchen

Wie du nun weißt, ist der erste wichtige Schritt, zukünftig ein Produkt anzubieten – und nicht mehr deine reine Arbeitszeit zu verkaufen. Welches Produkt deine Zielgruppe benötigt, kann nicht pauschal beantwortet werden. Schließlich kenne ich nicht dein aktuelle Tätigkeit. Da ich aber empfehle, das Stammgeschäft nicht von heute auf morgen aufzugeben, sollte es etwas sein, was zu deiner bisherigen Tätigkeit passt.

2. Du solltest wenig Investitionen und geringe fixe Kosten haben

Es sollte kein Produkt sein, für das du vorher intensiv Geld investieren musst. Mit Investitionen meine ich alle Dinge, die du benötigst, um dein Produkt zu fertigen. Denn ein hohes Anlagevermögen in der Produktion bedeutet auch ein hohes Risiko – und es ist oft das Gegenteil eines skalierbaren Angebots. Ich betreibe mein komplettes Business mit weniger als 75,- Euro im Monat für die Produktion und Bereitstellung meiner Onlinekurse. Auch diese Webseite hier erforderte nur sehr geringe Anfangsinvestitionen.

3. Du solltest das Meiste automatisieren

Geschäftsmodelle mit einer hohen Skalierbarkeit sind oft sehr stark automatisiert. Prozesse werden optimiert und standardisiert, um so eine effiziente und schnelle Bearbeitung des jeweiligen Auftrags zu gewährleisten.

Skalierbarkeit zielt also darauf ab, zusätzlichen Umsatz mit möglichst geringen Stückkosten zu erzielen. Stückkosten werden zwar grundsätzlich in Euros gemessen, aber vor allem ist deine Arbeitszeit das, das bei den “Stückkosten” zu berücksichtigen ist.

Viele Prozesse in einem skalierbaren Geschäftsmodell sind deshalb so stark standardisiert, dass sie mit Hilfe von Software automatisiert werden können.

4. Du solltest auf die variablen Kosten achten

Wenn du ein skalierbares Business betreibst, dann steht und fällt dein Erfolg mit der Marge, die du erzielst. Wenn du die variablen Kosten im Auge behältst, kannst du alleine dadurch gut verdienen. Du kannst sogar expandieren, indem du einen hohen Anteil der Marge in Marketing reinvestierst.

Damit haben wir eine gute Umschreibung dessen, was sich hinter dem Begriff Skalierbarkeit verbirgt. Ich selbst habe mich übrigens für Onlinekurse als Produkt entschieden, da sie eine sehr hohe Marge bieten und der Verkauf eines Onlinekurses nicht nur niedrige Fixkosten voraussetzt, sondern auch praktisch keine variablen Kosten mehr produziert.

Nun wird auch leicht verständlich, warum insbesondere Geschäftsmodelle, die im Internet realisiert werden, besonders gut skalierbar sind. Einer Webseite ist es nämlich piepegal, ob 100 oder 10.000 Besucher und Kunden pro Tag vorbeischauen. Eine Webseite hat außerdem keine Öffnungszeiten, sie ist also 24/7 für Kunden erreichbar.

Mir ist besonders wichtig, dies nun auf deine konkrete Lebenssituation anzuwenden.

Wie funktioniert Skalierbarkeit für Selbständige?

Der entscheidende Schritt ist der, den auch Paul vollzogen hat. Du solltest verstehen, dass dein Wissen und deine operative Tätigkeit unterschiedliche Dinge sind. Beide Dinge haben einen eigenständigen Wert.

Aber es ist eben nicht zwingend so, dass beides zusammen verkauft werden muss.

Sicher siehst du sofort, dass Dienstleister aber genau das tun. Ihr Wissen und ihr operatives Tun für Kunden zusammen bilden ihre Dienstleistung.

Mal ein Beispiel: Ein Webdesigner kennt nicht nur die aktuellsten Kreativ- und Programmiermethoden, sondern er wendet sie auch für den Kunden an. So kommt es, dass Dienstleistungen recht teuer sind. Wenn dann noch eine Premium-Positionierung hinzukommt, wird es schnell kostspielig.

Das hat meist zur Folge, dass ein Dienstleister unter seinen Kontakten zahlenmäßig oft mehr Menschen führt, die bisher noch nicht gekauft haben – eben weil der hohe Preis sie davon abhält. Auch du wirst oft Dienstleistungen alleine wegen ihres Preises nicht verkaufen können.

Wie schön wäre es, wenn du diesen Nicht-Kunden etwas Günstigeres verkaufen könntest? Da du aber deine Zeit mit den Kunden verbringen musst, die bereit sind, deine Dienstleistungspreise zu zahlen, kann es nur etwas sein, was keine zusätzliche Arbeitszeit kostet.

Genau, du brauchst ein Produkt!

Und jetzt kommt es: Deine Nicht-Kunden interessieren sich zwar für deine Dienstleistung, haben sie aber wegen des Preises nicht gekauft. Allerdings muss das Resultat das Gleiche sein. Sonst werden sie das Produkt trotz des kleineren Preises nicht kaufen.

Es bleibt daher nur die Möglichkeit, den Wissensanteil in der Dienstleistung separat zu verkaufen. So wie Paul seine Rezepte verkauft und eben nicht mehr die fertigen Kuchen.

Und hier schließt sich der Kreis:

  1. Extrahiere die “Anleitung” hinter deinen Leistungen
  2. Verpacke es in ein formschönes “Rezept”
  3. Verkaufe deine Rezepte an eine preis-sensitivere Kundengruppe im Vergleich zu deiner bisherigen Kundengruppe

Halten wir fest: Anders als in der Industrie, zielt die Skalierberbarkeit deiner Selbständigkeit darauf, Umsatzanteile von deiner Arbeitszeit zu entkoppeln – um damit deine Zeit-Rendite (Umsatz durch investierte Zeit) zu steigern. So verdienst du über kurz oder lang mehr als bisher, obwohl deine Zeit weiterhin limitiert bleibt.

Wie du damit anfängst, dein Wissen und Können zu skalieren

Möglicherweise willst du nun beginnen, deine Arbeit zu skalieren. Du solltest dabei aber gut organisiert vorgehen, um es innerhalb deiner knappen Zeit auch wirklich umsetzen zu können. Dazu habe ich hier ein paar Tipps für dich:

  1. Gib deine Dienstleistung oder deinen Job nicht auf, weil das zuviel finanzielles Risiko bedeutet.
  2. Suche dir eine Produktidee, die auch in 2 Jahren noch zieht. So reduzierst du den Druck, schnell Erfolg haben zu müssen.
  3. Reduziere das Produkt auf die zugrundeliegene Anleitung zum Selbermachen, damit nicht du, sondern deine Kunden das Produkt erstellen und verpacke es.
  4. Orientiere dich an ortsunabhängigen, internet-basierten Modellen: Weil du dann nicht zwingend ein Präsenzbüro brauchst und Reisekosten produzierst, hast du per se geringe Fixkosten und du kannst deine variablen Kosten reduzieren.

Ich selbst habe diese Liste 2013 durchgearbeitet und eine Produktidee nach der anderen von meiner Ideen-Liste gestrichen. Am Ende habe ich das optimale Geschäftsmodell für mich gefunden – eigene Onlinekurse.

Ich empfehle dir daher, dich darüber zu informieren, wie du damit beginnen kannst, deine Rezepte in Onlinekurse zu verwandeln. Diese Liste wird dir dabei helfen.

Meine Frage: Habe ich etwas Wichtiges vergessen, was unbedingt zur Skalierbarkeit erwähnt werden muss?

Ergänze es bitte als Kommentar, danke dir!

Beste Grüße
Christian

P.S.: Verlorenes Geld kannst du zurückverdienen, verlorene Lebenszeit nicht!

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